SALUZER Der BLOG
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- Peter-Jürg Saluz
Ein Plädoyer für Konsequenz und die Solidarität mit den Müttern von Srebrenica
Dass die Leiche des Kriegsverbrechers Ratko Mladić öffentlich aufgebahrt und anschliessend mit militärischen Ehren beigesetzt wird, löst bei mir Verachtung und Brechreiz aus.
Abscheu empfinde ich auch bei der Nachricht, dass Patriarch Porfirije die Totenmesse für Ratko Mladić leitet. Patriarchen der schrecklichsten Art gibt es übrigens mindestens zwei – je eine äusserst problematische Figur in der serbisch-orthodoxen und in der russisch-orthodoxen Kirche.
Wenn in Bosnien die "Mütter von Srebrenica" eine entschlossene Reaktion der EU fordern, empfinde ich tiefes Mitgefühl mit diesen leidgeprüften Frauen und Verständnis für ihre Forderung. Ich frage mich deshalb, wie die EU reagieren müsste.
Serbien sollte meines Erachtens jedenfalls nicht länger als EU-Beitrittskandidat behandelt werden. Diesen Status zurückzuerlangen, darf nur möglich sein, wenn die serbische Regierung in einer offiziellen Erklärung den Kriegsverbrecher Mladić unmissverständlich öffentlich brandmarkt und jede postume Ehrung dieser Bestie verurteilt. Staatsbedienstete und Geistliche, die den verstorbenen Kriegsverbrecher als Helden bezeichnen oder ihn verherrlichen, müssten aus ihren Ämtern entfernt werden. Eine Grabstätte, die zu einem Pilgerort für Mladić-Verehrer werden könnte, darf es nicht geben.
Vor den „Müttern von Srebrenica“ würde ich mich gerne verneigen, um ihnen zu zeigen, dass jeder rechtschaffene Mensch moralisch an ihrer Seite steht und weiss, welch unermessliches Leid Ratko Mladić und andere Kriegsverbrecher ihnen und ihren Familien zugefügt haben.
Angesichts der serbischen Perversionen bleibt mir die Spucke weg. Das ist deshalb schade, weil ich gerne eine grosse Portion davon für üble Patriarchen und die Verherrlicher von Kriegsverbrechern übrig hätte.
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- Peter-Jürg Saluz
Es fällt ihm nicht leicht, aber er muss zugeben, dass er während vieler, vieler Jahre von liebenswerten und tüchtigen Frauen verwöhnt worden ist. Im Haus und im Garten wurde ihm alles abgenommen, was man ihm abnehmen konnte. Hausarbeiten jeglicher Art blieben ihm weitgehend erspart. Verdientermassen bereitet ihm das heute ein schlechtes Gewissen.
Leider muss er es damit bewenden lassen, denn er ist nach einem unglaublich kurzen Unterbruch schon vor zwei Jahrzehnten wieder ins alte Muster verfallen. Nicht weil er unwillig wäre, sondern weil er unfähig ist. Wenigstens kann er seiner Frau noch administrative Aufgaben abnehmen. Weil diese keinen grossen Aufwand verursachen, ist die Leistungsbilanz von ihm und seiner Frau nach wie vor dramatisch unausgeglichen. Stolz darauf ist er selbstverständlich nicht. Er würde viel dafür geben, wenn er nicht so unbeholfen wäre und zum Beispiel moderne Geräte wie Kochherd oder Waschmaschine unbeaufsichtigt bedienen könnte. Da er am PC gut funktioniert, glaubt man ihm kaum, dass ihn die Haushaltsgeräte überfordern. Zudem sind es auch nicht nur Geräte, die ihn an seiner Unbeholfenheit verzweifeln lassen.
Vor längerer Zeit hat er einmal einen Sketch von und mit Claudio Zuccolini gesehen, den er anfänglich überhaupt nicht verstanden und deshalb auch nicht besonders lustig gefunden hat. “Zucco” veranstaltete mit einem fiktiven Fixleintuch allerlei verbale Strampeleien. Damals erschienen diesem dem hier beschriebenen Mann reichlich übertrieben. Mittlerweile sieht er das allerdings ganz anders.
Seit der kurzen Versuchsphase, in der er seine haushälterischen Fähigkeiten erfolglos getestet hat, weiss er, dass ihn sogar Fixleintücher überfordern. Er weiss aber auch, warum man moderne Bettlaken “Fixleintücher” nennt. Er ist nämlich schon fix und fertig, bevor er sein Bett frisch bezogen hat. “Spannbettlaken” kann man die widerspenstigen Textilien übrigens auch nennen, denn mit zwei linken Händen wird das Bettenbeziehen wirklich spannend.
Glücklicherweise erspart seine Frau dem unbeholfenen Mann weitere Versuche im Haus und im Garten. Dafür wächst sein schlechtes Gewissen unaufhörlich. Mit mehr als Dank und Anerkennung kann er nämlich nicht aufwarten.
Dass seine Unfähigkeit in seinen Genen liegt, glaube ich nicht. Er ist einfach ein Fossil aus einer anderen Zeit, aber auch froh, dass sein Sohn und seine Tochter die Fähigkeiten ihrer Mutter und keinen Makel von ihm geerbt haben. Deren Rollenverständnis ist bewundernswert, zeitgemäss, aber eigentlich auch ganz normal. Das sieht er ein.
Die Behauptung “Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg” stimmt in seinem Fall leider nicht. Modernes Wissen, gepaart mit reicher Lebenserfahrung und gegenseitiger Wertschätzung, wären zwar die bestmöglichen Voraussetzungen für eine faire Partnerschaft. Leider nützen sie aber nichts, wenn der Kopf nicht mitmacht und die Motorik nicht stimmt. Der gute Mann kann daher wirklich nur noch dankbar sein.
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- Peter-Jürg Saluz
Seit ich wieder regelmässiger schreibe, stelle ich mir öfter eine ganz spezielle Frage. Ich möchte wissen, ob ich mich zu etwas bekennen darf oder soll, wenn mir dafür Entrüstung entgegenschlagen könnte.
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, auch deshalb nicht, weil mein Umfeld von bestimmten Aussagen betroffen sein könnte. Kluge Menschen – und andere werden meine Texte ohnehin nicht lesen – merken aber sicher, dass ich wirklich nur für mich selbst spreche, wenn ich Gewagtes zum Besten gebe und Ansichten vertrete, die von meinem Umfeld nicht geteilt werden.
Weil ich mir selbst die heikle Frage mindestens im Moment noch nicht abschliessend beantworten kann, behalte ich Unaussprechliches vorläufig für mich. Ich hoffe, dass ich daran nicht ersticken werde.
Was in dieser Welt abgeht, ist – entschuldigen Sie meine rüde Ausdrucksweise – schlicht und einfach zum Kotzen. Es lässt sich also rein physikalisch kaum noch lange verhindern, dass Übles hochkommt. Das wird zwangsläufig Assoziationen auslösen und meinen Bekennertrieb wecken. Sie können sich bis dahin überlegen, ob ich für spezielle Aussagen mit Ihrer Nachsicht und Ihrem Verständnis rechnen darf oder ob ich bestimmte Ansichten trotz allem für mich behalten soll.
Sie dürfen jedoch in jedem Fall sicher sein, dass Sie von mir nie Menschenverachtendes hören oder lesen werden. Das ist einfach einzuhalten, denn kriegerische und verbrecherische Individuen sind ja keine Menschen.
Trotzdem ich meine selbst gestellte Frage noch nicht vollständig beantwortet habe, liegt ein erster Bekenntnistest bereits hinter mir. Dass ich mit der Bibel und allem religiösen Drumherum nichts anfangen kann, ist in meinem Umfeld bekannt. Deshalb weiss ich, was für ein Echo man mit exhibitionistischen Bekenntnissen auslösen kann. Einzig, wie weit man gehen soll bzw. darf, ist noch ungeklärt.
Vielleicht empfinden Sie meine Ausführungen als bizarr und verunsichernd. Wenn Sie trotzdem über diese nachdenken wollen, kann ich Ihre Gedankenarbeit noch mit folgender Aussage erschweren: Ich habe nie gestohlen und werde es wahrscheinlich auch nie tun. Ein wenig stibitzen ist aber doch verlockend.
