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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Eigennützig uneigennützig

Wenn rampenlichtlüsterne Miniberühmtheiten ihre Humanität entdecken, wird mir frostig ums Herz. Dasselbe gilt, wenn aus den Schlagzeilen verschwundene Zweitklassprominente plötzlich uneigennützig Gutes tun. Ich weiss dann nämlich - und jeder weiss es - sie tun es für sich und für mehr Aufmerksamkeit. Fleissig spielen sie auf der Klaviatur der Selbstvermarktung. Der Wunsch nach Öffentlichkeit ist stärker als alles, was sonst ihren Charakter prägen könnte. Diesem Wunsch folgend sind sie zu allem bereit. Einzig im Zentrum zu stehen ist zentral. Der Rest ist Zierde, Zufall, Einerlei.

Späte Einsicht

Es fällt mir nicht leicht, aber ich muss zugeben, dass ich viele, viele Jahre von liebenswerten und tüchtigen Frauen verwöhnt worden bin. In Haus und Garten hat man mir alles abgenommen, was man mir abnehmen konnte. Hausarbeiten jeglicher Art sind mir erspart geblieben. Verdientermassen bereitet mir das heute ein schlechtes Gewissen. Deshalb versuche ich, mein nie entwickeltes und total verkümmertes Talent wenigstens hin und wieder in „Haus und Hof“ einzusetzen. Das hat mir mittlerweile sogar Erkenntnisse beschert.

Ich habe vor längerer Zeit einmal einen Sketch von und mit Claudio Zuccolini gesehen und überhaupt nicht verstanden und daher auch nicht für lustig befunden. Die verbalen Strampeleien, die damals von Zucco mit einem fiktiven Fixleintuch veranstaltet worden sind, wirken auf mich heute jedoch nicht mehr realitätsfremd, weil ich mein Bett neuerdings ohne weibliche Hilfe und ganz allein frisch beziehe, wenn dies nötig ist. Seit meiner viele Jahrzehnte zurückliegenden Rekrutenschule habe ich das nie mehr getan. Deshalb ist mir auch das Handling der damals noch nicht erhältlich gewesenen Fix-Leintücher nicht vertraut. Ich kann jetzt aber bestätigen, dass es recht anspruchsvoll ist und Verrenkungen erfordert, die fast athletisches Geschick voraussetzen. Zudem weiss ich jetzt auch, warum man das moderne Bettlaken Fixleintuch nennt. Ich bin nämlich immer fixfertig, sobald es jeweils auch mein frisch bezogenes Bett ist. Das geht allerdings in Ordnung, denn ich weiss jetzt definitiv, wie sehr ich in der Vergangenheit von meinen uneigennützigen weiblichen Helferinnen profitiert habe.

Mich müsste man daher längst nicht mehr mit einem Frauenstreik überzeugen. Die Gleichberechtigung, die ich im Berufsleben immer gewahrt habe, will ich jetzt auch daheim praktizieren, wenn immer mir das noch möglich ist. Dem bevorstehenden Streiktag messe ich trotzdem eine symbolische Bedeutung zu. Er fällt nämlich auf den Geburtstag meines Sohnes, der als Vater von drei Kindern die im Haus anfallende Arbeit mit seiner Ehefrau teilt.

Es stimmt, dass sich die Zeiten geändert haben. Was meine Männergeneration erfahren und gelernt hat, ist für jüngere Männer selbstverständlich. Perfekt wird es aber erst dann, wenn die jüngere Generation auch Bewährtes verinnerlicht und manchmal uns Alten ebenfalls etwas abschaut. Modernes Wissen gepaart mit reicher Lebenserfahrung und gegenseitige Wertschätzung ergeben einen optimalen Mix, der bei Frau und Mann, bei uns Alten und bei den Jungen eine wechselseitige Benachteiligung ausschliesst.

Wenige Worte genügen

Bei bestimmten Themen kommt man mit wenigen Worten aus. Sehen Sie selbst:

 

Saluz Lauber

 

Weil die Lauber-Story immer tragischere Züge annimmt, muss ich an dieser Stelle doch noch ein paar Worte mehr verlieren. Ich habe nämlich die seltsame Medienkonferenz des angeschlagenen Bundesanwalts gesehen und dabei die Überzeugung gewonnen, dass dieser Mann nicht mehr tragbar ist. Es fehlt ihm jede Einsicht und mittlerweile jede Glaubwürdigkeit.

Wenn ein Staatsdiener klandestine Treffen mit Giovanni Infantino verheimlicht oder angeblich vergisst, weckt das zwangsläufig die Aufmerksamkeit recherchierender Journalisten. GVI gehört ja nicht unbedingt zu den vertrauenerweckendsten Zeitgenossen. Ich würde ihm jedenfalls nicht einmal ein rostiges Velo leihweise überlassen. Michael Lauber müsste also gewusst haben, welche Wirkung solche Kontakte nach aussen haben. Dass er die Treffen mit seinen angeblich modernen Ermittlungsmethoden begründet, wirkt nicht unbedingt vertrauensbildend. Wenn die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft untersucht, ob wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen ist, handelt sie nur folgerichtig. Man könnte ihr einzig vorwerfen, dass die Öffentlichkeit schon im Vorfeld der anstehenden Wiederwahl des Bundesanwalts über die eingeleitete Untersuchung informiert worden ist. Beim aktuellen Stand der Affäre Lauber/Infantino liess sich dies aber nicht verhindern. De facto hat Michael Lauber das also selbst verschuldet.

Ich bin überzeugt, dass das jetzt laufende Verfahren in jeder Hinsicht korrekt sein wird, weil mit  Hanspeter Uster eine integre Persönlichkeit die Zügel in der Hand hält. Allerdings bleibt Michael Lauber auch bei einem entlastenden Untersuchungsergebnis untragbar. Durch sein uneinsichtiges Verhalten hat er jedes Vertrauen verspielt und als Bundesanwalt alle Glaubwürdigkeit verloren.

 


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