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Aufwärts mit Wetzikon (AMW)

Hier finden Sie Anregungen, Lob und Kritik und manchmal auch ganz neue Ideen, immer Wetzikon betreffend und getragen
von der Vision, dass es stetig Aufwärts mit Wetzikon gehen soll.

 

AMW V2

Wenn die Rechnung (nicht) aufgeht

Für Mobbing hatte und habe ich kein Verständnis, aber manchmal - oft erst nachträglich - verstehe ich, warum es dazu gekommen ist.

Ich habe eben eine Interpellation der aw-glp-Fraktion gelesen, die mir in diesem Sinn auf die Sprünge hilft. Der Vorstoss, der von Esther Schlatter als Erstunterzeichnerin an der nächsten Sitzung des Grossen Gemeinderates begründet wird, verhilft mir zu einer solchen Erkenntnis. Was die kluge Frau mit den Mitunterzeichnenden aufdeckt und geklärt haben will, spricht für sich. Deshalb habe ich Frau Schlatter angefragt, ob sie mir einen Ausdruck der Interpellation zur Verfügung stellt, damit ich das Papier einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen kann. Erfreulicherweise darf ich das hier tun, weil der Vorstoss auch bereits auf der Webseite der Stadt veröffentlicht worden ist.

Ich habe den Vorstoss mehrfach gelesen, weil ich die Fragen und Feststellungen aufgrund eigener Erfahrungen bestens verstehe. Als Quartierplangeschädigter und als in Medikon Ansässiger könnte ich diese noch mit vielen unerfreulichen Punkten ergänzen.

Mir ist jetzt definitiv klar, warum Frau Schlatter nicht mehr Stadträtin sein sollte und letztlich auch dank mickrigen 5 Fehlstimmen nicht mehr sein konnte. Das Mobbing hat gewirkt. Für den Stadtrat ist die Rechnung trotzdem nicht aufgegangen, für die Stimmberechtigten aber schon. Jetzt trägt Esther Schlatter keinen Maulkorb (Kollegialitätsprinzip, Sitzungsgeheimnis etc.) mehr. Als Mitglied von Transparency International Switzerland freue ich mich darüber sehr. Transparenz brauchen wir nämlich in Wetzikon nötiger denn je.

Es wird jetzt Herbst. Deshalb sollte man sich im Stadthaus warm anziehen…

Worthülsen versus Argumente

Was man gestern schon "im Netz" lesen konnte, findet man nun auch in der gedruckten Ausgabe des Zürcher Oberländers vom 17. September 2020. Es geht einmal mehr um das problematische Landgeschäft Tannenrain. Das Streitgespräch zwischen Esther Schlatter (GLP) und Stefan Lenz (FDP) hätte mich amüsiert, wenn der Ärger darüber nicht grösser gewesen wäre.

Meine Meinung zu diesem Geschäft habe ich längst gemacht, übrigens auch nach einem intensiven Streitgespräch, in dessen Verlauf man mich für ein Ja gewinnen wollte. Meine eigenen Erfahrungen mit Landgeschäften und Baurechtsverträgen sind mir bei der Entscheidfindung sehr nützlich gewesen. Als ehemaliger langjähriger Gemeindeschreiber einer mittelgrossen Gemeinde bin ich sozusagen praxiserprobt. Deshalb erstaunt es mich, wie oberflächlich und detailarm Worthülsenspezialist Stefan Lenz in das Heimspiel seiner Partei gegen Esther Schlatter gestiegen ist. Die Taktik, etwas Unzutreffendes stur zu wiederholen und jeden Gegenbeweis zu überhören, könnte er Donald Trump abgeschaut haben. Wie glaubwürdig das wirkt, will ich gar nicht beurteilen.

Mir haben die Argumente von Ester Schlatter eingeleuchtet, denn ich bin schon vor der Veröffentlichung des Streitgesprächs zu den exakt gleichen Schlussfolgerungen gekommen. Allerdings weiss ich jetzt noch sicherer, dass Wetzikon mit einem

NeinRain

vor einem durchaus nicht unwahrscheinlichen Fiasko bewahrt wird.

Alle, die noch nicht restlos überzeugt sind, sollten noch einmal das informative Flugblatt der Grünliberalen Partei lesen. Ich bin in jeder Hinsicht unabhängig und sicher nicht parteigebunden. Deshalb mache ich mich bestimmt nicht verdächtig, wenn ich das nützliche Papier hier allen Interessierten in Form einer pfd-Datei zur Verfügung stelle.

Und etwas soll hier nicht unerwähnt bleiben: In der heutigen Corona-Zeit mit den ungewissen Zukunftsperspektiven würden sogar einige Mitglieder des Grossen Gemeinderates nach eigenen Aussagen von diesem Spekulationsgeschäft Abstand nehmen. Offiziell können sie das aber leider nicht mehr tun. Korrigieren lässt sich der Fehlentscheid des Parlamentes trotzdem. Es braucht nur - wie immer wieder einmal in Wetzikon - genügend kluge Stimmbürgerinnen und Stimmbürger.

 

Schatten über Tannenrain

 

 

Vermeintlich einfach, schwer zu erklären

Bei Abstimmungen zeigt es sich immer wieder, dass vermeintlich einfache Vorlagen rein emotional und ohne grosse Detailüberlegungen beurteilt werden. Ein entsprechendes Beispiel gibt es auch wieder einmal in Wetzikon. Ich meine den Landhandel Tannenrain.

Wer einfach denkt und sich nicht mit allen Einzelheiten befassen will, kommt (vor)schnell zur Auffassung, dass es immer Sinn macht, wenn eine Gemeinde Land erwirbt. Dann steigen Emotionen hoch und verdrängen alle kaufmännischen Überlegungen. Genau das kann man sich aber in einer stark verschuldeten Gemeinde nicht leisten. Ich versuche daher, den Emotionen mit ein paar einfachen Aussagen wie folgt zu begegnen:

  • Der Kauf des noch nicht ausreichend erschlossenen Landes ist hochspekulativ.
  • Die unrealistische Erwartung, dass man irgendwann einen gewinnbringenden Baurechtsvertrag abschliessen kann, wird sich als Wunschtraum erweisen.
  • Das finanzielle Fiasko ist vorprogrammiert.
  • Im schlimmsten Fall, wenn das Land nie gewinnbringend oder mindestens kostendeckend abgegeben werden kann, muss die Stadt während Jahrzehnten in die Millionen laufende Defizite tragen.
  • Wetzikon braucht kein industrielles Brachland. Wenn das dafür benötigte Kapital tatsächlich vorhanden wäre, was es leider nicht ist, müsste man es für vordringlichere Aufgaben (z.B. Nutzbarmachung des Restgrundstückes beim neu entstehenden Werkhof) oder zur Beschaffung von Wohnbauland einsetzen.

Das Argumentarium liesse sich beliebig erweitern. Es soll damit aber sein Bewenden haben, denn man kann schon mit den vorstehenden Punkten die Emotionen in die richtige Richtung lenken.

Wem das Prosperieren der Stadt Wetzikon am Herzen liegt, dem bleibt nur noch ein

NeinRain

übrig. Emotionen sind gut, aber den Verstand dürfen sie nicht ausschalten.

 


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