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Bekennen oder verschweigen

Seit ich wieder regelmässiger schreibe, stelle ich mir öfter eine ganz spezielle Frage. Ich möchte wissen, ob ich mich zu etwas bekennen darf oder soll, wenn mir dafür Entrüstung entgegenschlagen könnte.

NachdenklichDie Frage ist nicht einfach zu beantworten, auch deshalb nicht, weil mein Umfeld von bestimmten Aussagen betroffen sein könnte. Kluge Menschen – und andere werden meine Texte ohnehin nicht lesen – merken aber sicher, dass ich wirklich nur für mich selbst spreche, wenn ich Gewagtes zum Besten gebe und Ansichten vertrete, die von meinem Umfeld nicht geteilt werden.

Weil ich mir selbst die heikle Frage mindestens im Moment noch nicht abschliessend beantworten kann, behalte ich Unaussprechliches vorläufig für mich. Ich hoffe, dass ich daran nicht ersticken werde.

Was in dieser Welt abgeht, ist – entschuldigen Sie meine rüde Ausdrucksweise – schlicht und einfach zum Kotzen. Es lässt sich also rein physikalisch kaum noch lange verhindern, dass Übles hochkommt. Das wird zwangsläufig Assoziationen auslösen und meinen Bekennertrieb wecken. Sie können sich bis dahin überlegen, ob ich für spezielle Aussagen mit Ihrer Nachsicht und Ihrem Verständnis rechnen darf oder ob ich bestimmte Ansichten trotz allem für mich behalten soll.

Sie dürfen jedoch in jedem Fall sicher sein, dass Sie von mir nie Menschenverachtendes hören oder lesen werden. Das ist einfach einzuhalten, denn kriegerische und verbrecherische Individuen sind ja keine Menschen.

Trotzdem ich meine selbst gestellte Frage noch nicht vollständig beantwortet habe, liegt ein erster Bekenntnistest bereits hinter mir. Dass ich mit der Bibel und allem religiösen Drumherum nichts anfangen kann, ist in meinem Umfeld bekannt. Deshalb weiss ich, was für ein Echo man mit exhibitionistischen Bekenntnissen auslösen kann. Einzig, wie weit man gehen soll bzw. darf, ist noch ungeklärt.

Vielleicht empfinden Sie meine Ausführungen als bizarr und verunsichernd. Wenn Sie trotzdem über diese nachdenken wollen, kann ich Ihre Gedankenarbeit noch mit folgender Aussage erschweren: Ich habe nie gestohlen und werde es wahrscheinlich auch nie tun. Ein wenig stibitzen ist aber doch verlockend.