SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

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- Peter-Jürg Saluz
Mein bester Freund, den ich hier der Einfachheit halber und aus Diskretionsgründen Rolf nenne, ist nur achtzehn Jahre alt geworden. Auf der Rückfahrt vom Formel-1-Rennen in Monza hat er im Jahr 1968 bei einem schrecklichen Autounfall sein Leben gelassen.
Das schlimme Ereignis hat mich sehr geprägt, auch wegen der besonderen Umstände. Der Verunglückte und ich sind wie Brüder gewesen. Wir konnten uns aufeinander absolut verlassen. Das weiss ich sicher, denn mein Freund hat mich einmal sogar unter Gefährdung seines Lebens vor einem Angriff mit einem Bajonett beschützt.
Ich wäre übrigens beinahe im später total zerstörten Unfallauto mitgefahren und wohl auch nicht unversehrt geblieben. Davor hat mich allerdings der Umstand bewahrt, dass ich wegen eines kurzfristig anberaumten Rendez-vous mit meiner damaligen Freundin und späteren Frau nicht nach Monza fahren wollte.
Der Hinschied meines besten Freundes hat eine tragische Fortsetzung gefunden. Ich bin einer von vier etwa gleich alten Sargträgern bei der Bestattung gewesen und beim Beisammensein nach der Beisetzung mit den drei übrigen Burschen ins Gespräch gekommen. Einer von ihnen hat mir damals gesagt, der Unfall meines Freundes hätte ihm nie passieren können. - Er ist wenige Tage später auf der Autobahn bei Chur tödlich verunfallt. Unglaublicherweise hat kurz darauf sein Bruder bei einem anderen Autounfall das gleiche Schicksal erlitten.
Es ist nur logisch, dass ich das alles nicht vergessen kann. An meinen Jugendfreund erinnere ich mich aber auch aus anderen Gründen. Er ist seiner Zeit weit voraus gewesen und hat sich mit Science-Fiction befasst und Theorien entwickelt, die mittlerweile Realität geworden sind.
Für Parapsychologie und besonders für das Thema “Telekinese” hat sich mein Freund sehr interessiert und in diesem Zusammenhang Erstaunliches prophezeit. Dass das Denken, das Bewegen und das Arbeiten nicht lange mehr ausschliesslich menschliche Fähigkeiten seien, ist mittlerweile Tatsache. Mein Freund ist wirklich ein Visionär gewesen.
Bisher haben sich allerdings noch nicht alle Voraussagen als wahr erwiesen. Die Vorstellung, dass man Menschen, Tiere und Gegenstände von einem Ort zum andern beamen kann, ist eine Utopie geblieben. Wer weiss aber schon, was die Zukunft noch bringt?
Wenn das transkinetische Beamen möglich würde, dürfte es in bestimmten Fällen nur in eine Richtung funktionieren. Putin, Trump und Konsorten möchte schliesslich niemand aus der Hölle zurückholen. Sollte die Rückkehr von lieben Menschen aber einmal möglich werden, hätte ich gerne einen möglichst grossen Spezialbeamer für eine ganze Menschenschar.
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- Peter-Jürg Saluz
Vor kurzem habe ich mich an dieser Stelle mit meinen Erinnerungen befasst und in diesem Zusammenhang eine Diskussion ausgelöst. Ich weiss jetzt, dass ich bei weitem nicht
der Einzige bin, der seinen Erinnerungsschatz hegt und pflegt. Man macht sich sogar Gedanken darüber, wie man Vergangenes vor dem Vergessen schützen kann.
Wer Erinnerungen nicht verlieren und auch nicht verblassen lassen will, sollte eine Liste mit den Namen wichtiger Menschen erstellen und auch bedeutsame Ereignisse und Dinge auflisten und die entsprechenden Aufzählungen mit einigen informativen Stichworten ergänzen. Damit wird das Erinnern vereinfacht, und man kann sich erinnernd sogar auf eine einzelne Person, ein einzelnes Ereignis oder eine einzelne Sache konzentrieren und ganz individuelle Erinnerungserlebnisse schaffen.
Wer das Vergangene sozusagen inventarisiert, wird Gutes und Schönes nie vergessen und an ehemals Unerfreuliches vielleicht sogar belustigt zurückdenken. Erneutes Erleben ist eine wirksame Waffe gegen die Vergänglichkeit.
Mir hilft sogar KI beim Blick zurück. Wenn mir ein Erinnerungsbild fehlt, formuliere ich, wie eine Fotografie von etwas Vergangenem aussehen würde. Dann verfasse ich damit einen sogenannten Prompt, den ich für das Generieren eines entsprechenden Bildes verwende. So wird die Vergangenheit im wahrsten Sinn des Wortes „augenfällig“.
Das Schicksal kann uns vieles nehmen. Dank Herz und Verstand aber niemals schöne Erinnerungen. Deshalb sollten Sie sich gelegentlich Zeit nehmen und ihr ganz persönliches Erinnerungsinventar ebenfalls erstellen. Über Ihre besonderen Trouvaillen lasse ich mich jederzeit gerne informieren.
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- Peter-Jürg Saluz
Obwohl ich nie behaupten würde, dass früher alles besser gewesen ist, sind Erinnerungen etwas Kostbares für mich. Sie bringen mir für ein paar innige Augenblicke liebe Menschen und viel Vergessenes zurück und blenden die schlimme Gegenwart einen glücklichen Moment lang aus.
Wenn ich, was ich gerne mache, einen Ausflug in die Vergangenheit in der Gegenwart nachbearbeite, werde ich kreativ und spüre, dass der Ladezustand meines Gemütes für eine weitere Wegstrecke in diesen trüben Zeiten wieder ausreichend ist.
Das Zurückblicken beschert mir immer ambivalente Empfindungen. Der Gedanke, dass Verlorenes unwiederbringlich ist, macht mich traurig. Froh und dankbar werde ich aber, wenn mir bewusst wird, mit wie vielen guten Menschen ich ein Stück unseres Lebensweges teilen durfte und wie viel Gutes ich erleben durfte.
Ich weiss nicht, was Sie mit meinen Ausführungen anfangen können. Ganz nutzlos soll das Lesen dieser Zeilen für Sie aber nicht sein. Deshalb will ich die Sache auf den Punkt bringen.
Dem Schicksal und seinen schrecklichen Seiten kann niemand ausweichen. Der Schatz der guten Erinnerungen lässt sich aber lebenslang äufnen. Gönnen Sie sich und Ihren Lieben daher immer etwas Gutes, etwas Schönes, etwas Erinnernswertes, wann immer dies möglich ist. Fangen Sie, sofern Sie nicht schon längst damit begonnen haben, jetzt damit an. Carpe Diem!
